physis 
2012
Lichtobjekt
schwerentflammbares Papier
Alles, was nicht vom Mensch geschaffen ist.
Die Reinheit der Natur, frei von menschlichem Zutun - frei.
Dieser Leuchtkörper umfasst alles Biotische, aber auch Abiotische. Er verkörpert die Reinheit, die Unschuld der Natur.
Zum Vorbild wurden unter anderem  Luftbilder von Flusslandschaften aus Botsuana oder die Ornamentik des Felsgesteins, wie es in den Bergen Griechenlands zu finden ist. 
Durch unterschiedliche Abstraktionsgrade gelang es, die Wildheit der unberührten Natur darzustellen. Makrobiotische Aufnahmen von Pilzkulturen, Zellen, Knochenstrukturen, Luftströmungen, Netzgeflechte , Blattwerk unterschiedlicher Pflanzen wurden hier mit aufgenommen. 
Zarte Schneeflocken vereinen sich zu einer schweren druckenden  Masse, jede für sich so 
leicht und unscheinbar  - doch in Verbindung ihres Gleichen so kraftvoll, schön und zerstörerisch.   
Alles ist eins. Tiere, Pflanzen, Gene alles geht eine symbiotische Bindung ein. Alles fließt. 
Beim Betrachten der physis ist es, als würde man die Lebendigkeit der Natur spüren können, man wird ein Teil von ihr. Bei jedem Blick entdeckt man Neues, nie zuvor Dagewesenes, neu Gewachsenes.
Die Tiergattungen - Säugetiere, Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel, Spinnen- und Krebstiere - jede ist dargestellt durch einen starken Vertreter.
Der Origami-Schmetterling, hier zum einen der Repräsentant der Insekten, doch ebenso das Symbol der reinen Seele der Natur. Die gefaltete Taube als Vogel, sowie auch als Friedenssymbol. 
Die Taube ist so viel mehr als nur ein Vogel. Sie steht in Symbiose zu ihrer Umgebung. Sie 
ernährt sich von den Schätzen des Bodens, sie lässt sich vom Wind tragen. Ihre Zellen,
ihr Gewebe und jede Faser ihres Seins löst sich nach ihrem körperlichen Ableben auf, um dann ein Schatz des Bodens, ein Teil der Erde zu werden. 

Das Objekt ist aus speziellem Lampenpapier gefertigt. 
Papier aus der Natur geschaffen, schafft neue symbolhafte Natur. Jeder Schnitt ein bewusster, sensibler, hoch konzentrierter Vorgang. Im würdigen Umgang mit dem natürlichen Material, einem Geschenk der Natur. Physis möchte den Betrachter befähigen kein passiver Betrachter zu bleiben. Sie erweckt den inneren Drang nach Lebendigkeit. Die überwältigende Schönheit, der Macht der Natur nicht im Wege zu stehen, sie nicht zu behindern oder gar zu zerstören. Sie bewegt den Mensch dazu rauszugehen in die freie Natur und sie wirken zu lassen, die feinen Linien und die Adern eines Herbstblattes, die zarten Farben eines Vergissmeinnicht, die sanfte Weichheit von feuchtem Moos, die gewaltige Macht des reißenden Flusses in sich aufzunehmen und die kaum sichtbaren und doch so kräftigen Fäden einen Spinnennetzes, die Erhabenheit der mächtigen Kalkfelsen zu betrachten. Den Blick in den Himmel zu heben und das überwältigende Gefühl in dir zu spüren, wenn Regentropfen in dein Gesicht prasseln. Spüre wie auch du eins wirst mit deiner natürlichen Umgebung.
Obwohl physis auf jegliche Farben verzichtet, spürt man die unsagbare Farbenvielfalt der Natur. In ihren unterschiedlichen Schatten wird jede Farbnuance wahrgenommen, die die Natur uns schenkt und kein Blauton, kein noch so strahlendes Gelb bleibt verborgen. 

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